Tulsa & Route 66: Bereit fürs Herz der Mother Road?

Von Romy - USA TRAVEL am

Die Route 66 ist mehr als nur eine Straße – sie ist ein Symbol für Freiheit, Aufbruch und amerikanische Roadtrip-Kultur. Doch wenn man einen Ort nennen müsste, an dem diese Legende besonders lebendig ist, dann fällt der Blick schnell auf Tulsa in Oklahoma. Die Stadt ist nicht nur eine Station entlang der Strecke, sondern spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte der berühmten „Mother Road“ – damals wie heute.

Was macht Tulsa so besonders für die Route 66?

Typische Route 66 Statue

Tulsa gilt als eines der wichtigsten Zentren der Route 66 – und das hat handfeste Gründe. Hier lebte mit Cyrus Avery jener Mann, der maßgeblich an der Planung und Durchsetzung der Strecke beteiligt war. Als treibende Kraft hinter der Verbindung zwischen Chicago und Los Angeles prägte er die Route entscheidend mit und gilt bis heute als „Father of Route 66“.

Doch Tulsa ist nicht nur historisch relevant – die Stadt macht die Entwicklung der Route 66 auch heute noch sichtbar. Besonders spannend ist, dass sich hier unterschiedliche Streckenführungen nachvollziehen lassen: Während die ursprüngliche Route in den Anfangsjahren über die Admiral Place verlief, wurde sie später auf die geradlinigere 11th Street verlegt.

Genau diese Veränderungen spiegeln die Geschichte der Route 66 wider – von ihren Anfängen bis zu ihrer Blütezeit als Lebensader des amerikanischen Westens. Gleichzeitig ist Tulsa ein Ort, an dem dieses Erbe aktiv gepflegt wird. Restaurierte Neonreklamen, historische Gebäude und ikonische Stopps wie das Meadow Gold Sign lassen die Atmosphäre vergangener Jahrzehnte wieder aufleben.
Nicht ohne Grund bezeichnet sich Tulsa selbst als „Capital of Route 66“ – ein Titel, der hier tatsächlich spürbar wird.

100 Jahre Route 66: Tulsa im Mittelpunkt der Feierlichkeiten

Olditimer Auto mit amerikanischen Flaggen, anlässlich der Oldie Parade in Tulsa Oklahoma

Wir haben euch ja schon erzählt, dass die Route 66 ihr 100-jähriges Bestehen feiert – und Tulsa wird dabei zur Bühne eines ganz besonderen Highlights.
Mit der „Tulsa’s Route 66 Capital Cruise“ findet am 30. Mai eine spektakuläre Oldtimer-Parade statt, die ein klares Ziel verfolgt: den Einzug ins Guinness-Buch der Rekorde. Tausende von klassischen Fahrzeugen sollen gemeinsam über einen rund neun Kilometer langen Abschnitt der historischen Route 66 durch Tulsa fahren und so Geschichte schreiben.  

Die Parade ist dabei weit mehr als nur ein Event für Autofans. Sie steht sinnbildlich für das, was die Route 66 ausmacht: Gemeinschaft, Nostalgie und die Faszination für das Reisen auf vier Rädern. Begleitet wird das Ganze von Musik, Streetfood und einem Festivalprogramm, das die Stadt für ein ganzes Wochenende in eine Feier der amerikanischen Roadtrip-Kultur verwandelt.

Unser Vorschlag für zwei Tage auf der Route 66 in Tulsa

Wer Tulsa besucht, merkt schnell: Die Stadt lässt sich am besten im eigenen Tempo entdecken – idealerweise bei einem kleinen Roadtrip. Schon zwei Tage reichen aus, um tief in die Welt der Route 66 einzutauchen.

Ikonische Stopps wie das Meadow Gold Sign lassen die Atmosphäre vergangener Jahrzehnte wieder aufleben.

Tag 1: Der Osten von Tulsa

Am ersten Tag führt die Reise zunächst in den Osten von Tulsa, wo der Route 66 East Gateway einen passenden Einstieg in das Erlebnis bildet. Von hier aus folgt man der historischen Strecke und erreicht wenig später einen der bekanntesten Fotospots der gesamten Route: den „Blue Whale“ von Catoosa. Diese charmante Kuriosität steht sinnbildlich für den verspielten und oft skurrilen Charakter der Mother Road.
Zurück in Tulsa wird die Fahrt selbst zur Zeitreise. Entlang der alten Trassen – insbesondere über die Admiral Place – lässt sich nachvollziehen, wie sich entlang der Straße einst Tankstellen, Werkstätten und kleine Restaurants ansiedelten und eine völlig neue Reisekultur entstand. Am Abend entfaltet sich dann eine ganz besondere Stimmung: Wenn die Neonlichter entlang der 11th Street leuchten, zeigt sich Tulsa von seiner wohl atmosphärischsten Seite.

Tag 2: Die Geschichte hinter der Route 66

Der zweite Tag widmet sich der Geschichte hinter der Route 66. Am Arkansas River erinnert die Cyrus Avery Centennial Plaza an den Mann, ohne den es diese Straße vielleicht nie gegeben hätte. Von dort aus führt ein kurzer Spaziergang zum Neon Sign Park, in dem historische Leuchtreklamen wieder zum Leben erweckt wurden.
Tulsa schafft es dabei, Geschichte nicht nur auszustellen, sondern erlebbar zu machen. Ob im Route 66 Historical Village oder bei einem entspannten Abend im klassischen Drive-in-Kino – überall wird spürbar, wie eng Vergangenheit und Gegenwart hier miteinander verbunden sind.

Worauf wartet ihr?

Tulsa ist kein Ort, an dem man die Route 66 nur „besucht“ – man erlebt sie. Die Stadt vereint Ursprung, Entwicklung und lebendige Erinnerungskultur in einer Weise, die entlang der gesamten Strecke ihresgleichen sucht. Gerade im Jubiläumsjahr wird deutlich, warum Tulsa für viele als das wahre Herz der Mother Road gilt.
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